Dienstag, 24. Mai 2011

Haare färben mit Henna - Ohne Sauerei und unkompliziert!


Viele Leute färben sich die Haare, meistens sind es Frauen und oft greift man gerne zur Chemischen Coloration, weil diese ja so einfach und unkompliziert ist und supertolle Farbergebnisse liefert. Leider müssen viele feststellen, dass ihre zuerst augenscheinlichen gesunden Haare dann doch nicht so fit sind und sehr unter den chemischen Farben gelitten haben. Da man seine Haarpracht nicht verlieren will, entscheiden sich daraufhin viele, mit Naturpflanzenfarben zu färben, aber oft läuft dort dann etwas schief oder es ist zu kompliziert und eine zu große Sauerei. Aber das muss nicht sein, wenn man einige Tipps beachtet!

Keine Silikone in Pflegeprodukten
Die meisten Pflegeprodukte enthalten leider Silikone. Diese legen sich wie eine Schicht ums Haar und somit haben Henna und Co keine Chance! Zudem täuschen die Silikone einem auch gesundes Haar vor (unter der Silikonschicht ist es meist kaputt) und verstopfen die Kopfhaut. Eine dicke Silikonschicht sorgt auch dafür, dass das Haar Volumen und Fülle verliert. Für Leute mit luftig-lockigem Haar oder Krause ist es meist ein positiver Effekt, weil das widerspenstige Haar frizz verliert und schwerer wird. Besonders unangenehm sind wasserunlösliche Silikone, deren Entfernung kann bis zu Monaten dauern. Wer mit Henna färben will, sollte auf silikonfreie Haarpflegeprodukte achten und diese vorher auch schon einige Wochen/Monate verwenden.

Das richtige Henna - Die richtige Farbe
Henna gibts von den verschiedensten Firmen. Selbst einige Drogerien bieten Eigenmarken an. Wenn man sich eine Firma aussucht, die hauptsächlich solche Produkte, wie Henna und Co vertreibt, kann man sicher sein, dass das Henna wirklich hochwertig ist.
Pflanzenhaarfarben, die außer Henna noch andere färbende Pflanzen beinhalten, können besser/schlechter färben. Henna( Lawsonia Inermis ) allein färbt rötlich, mit anderen Pflanzen gemischt, gibt es ein Spektrum von Hellbraun, Rot und sogar bis Schwarz( Indigo).
Die Grundhaarfarbe bestimmt auch immer das Farbergebnis mit. Leute mit schwarzen Haaren, können sich kein Hellbraun färben. Bei Leuten mit sehr hellem Haar, kann reines Henna, oder Rot sehr kräftig und unnatürlich ausfallen. Man sollte sich also immer etwas am eigenen Farbton bzw. der Naturhaarfarbe orientieren. Pflanzenfarben können problemlos miteinander gemischt werden. Wer mit den normalen Farben nicht zufrieden ist, kann also seine eigene persönliche Haarfarbe kreieren.
Wer sich nicht sicher bei einer Farbe ist, einfach eigene Haarsträhnen aus Bürste und co entnehmen und 24 Stunden in eine kleine Menge angerührter Farbe einlegen und das Ergebnis kontrollieren.

Graue Haare - kein Problem
Auch graue Haare kann man gut mit Henna und Pflanzenhaarfarben färben. Man muss allerdings dabei etwas beachten. Zuerst muss man mit reinem Henna färben und danach kann man mit seinem Wunschton nachfärben. Das angelagerte reine Henna bietet jetzt den anderen Pflanzenfarbstoffen genügend Halt um im Haar zu verbleiben.

Richtige Zubereitung der Paste
Viele machen schon beim Anrühren der Pflanzenhaarfarbe einen Fehler. Hat man beispielsweise eine Pflanzenfarbe mit hohem Indigoanteil, oder reinem Indigo dann zerstört kochendes Wasser dessen Struktur und es färbt dann nicht mehr richtig. Reines Henna hingegen sollte man sogar mit kochendem Wasser aufgießen. Wenn man es dann noch für einige Minuten abgedeckt in die Wärme stellt, dann verstärkt man den Effekt noch.

Henna problemlos aufs Haar
Viele haben Probleme damit, die Paste aufs Haar zu bringen. Sie brökelt, tropft und nach dem Auftragen darf man das ganze Bad putzen. Aber das Problem kann man ganz einfach lösen. Wenn man ein kurz vor dem Auftragen natürliches Geliermittel wie Xanthan(Davon nur ganz wenig draufstreuen, einrühren und abwarten bis es geliert) mit in die Paste gibt, hat man eine festere Konsistenz und die Paste haftet gleichmäßig im Haar und das Bad bleibt sauber!
Vor dem Färben die Haare mit silikonfreiem Shampoowaschen und die Paste dann ins handtuchtrockene Haar geben. Ohren und Ansatz kann man durch eincremen schützen.
Schüssel mit Hennapaste in die Badewanne gestellt und mit dem Kopf darüber, so passiert garantiert nichts. Eventuelle Kleckser oder Spritzer landen in der Wanne und können problemlos abgewaschen werden. Auf jeden Fall Handschuhe tragen, ansonsten hat man bunte Hände! Henna wird nicht umsonst in anderen Ländern zum färben von Haut verwendet. Damit es beim Einwirken nicht kleckert, setzt man sich am besten eine Duschhaube auf und darüber noch ein Handtuch oder eine Mütze für die Wärme. Je mehr Wärme, umso besser wirkt Henna.

Lange Einwirkzeit ist wichtig
Man sollte die Paste mind. 2 Stunden einwirken lassen. Am besten aber 6 Stunden. Wer schon angegriffenes Haar hat, sollte aber erst mal vorsichtig sein und die Paste nicht länger als 2 Stunden oben lassen. Bei angegriffenem Haar kann das Henna natürlich besser eindringen und schneller wirken. Man kann zur Pflege auch schon etwas Conditionermit in die Paste geben, da Henna auch etwas austrocknen kann.


Auswaschen mit Spülung
Ich habe mein Henna zuerst mit warmen Wasser ausgewaschen und den Rest dann noch mit silikonfreien Conditioner(Spülung). Shampoo sollte man erst wieder am nächsten Tag verwenden. Zum Abschluß habe ich dann noch kaltes Wasser über die Haare gegeben, weil das die Haarstruktur wieder glättet und somit auch die Farbe einschliesst. Man könnte wahrscheinlich auch gut Essigwasser ( 1-3 EL auf 1L Wasser) darübergeben, hat praktisch den gleichen Effekt.

Ich selbst habe schwarzbraune Haare und habe reines Henna angewendet(Einwirkzeit 6 h), nun habe ich einen leichten Kupferton in den Haaren, der vor allem bei Sonnenlicht gut zur Geltung kommt. Mein Haar war schon direkt beim Ausspülen weich.

Öfters färben bringt mehr Farbe
Da Henna sich im Haar anreichert wird die Farbe nach jedem Färben natürlich etwas kräftiger werden. Je nachdem kann der Ansatz dann natürlich etwas heller ausfallen, wer das nicht möchte, der sollte nur den Ansatz färben.

Produktempfehlungen (einfach aufs Bild klicken)
Ich persönlich bin ganz begeistert von den Produkten von Khadi.
Dort gibt es z.b. reines Henna (aber auch andere Farbnuancen, bis hin zu reinem Indigo und sehr ausführliche Anleitungen in der Verpackung)
und dazu ein passendes Shampoo (sehr ergiebig) und Spülung ohne Silikone
 
Bei Xanthan reichen 30g für sehr sehr lange, wenn man es nur zum Färben nehmen will.
Die Duschhaube kann billig sein, sollte aber schon stabil sein, wie z.b. diese hier:


Ich habe schon einige male mit Pflanzenhaarfarbe gefärbt und natürlich war es ohne Xanthan immer ein Akt. Die Farbe hat nie wirklich  (lange) gehalten, da ich praktisch mit kochendem Wasser aufgegossen habe und die Indigoanteile somit unwirksam gemacht hab. Mit Xanthan macht hennafärben sogar richtig Spaß, weil es so einfach damit wird! Achtung bei hohem oder reinem Indigoanteil, da soll Xanthan leider nicht wirken.
Mehr Tipps und Infos, rund ums gesunde Haar und Naturhaarfarben findet ihr hier.

5 Kommentare:

Elli hat gesagt…

Danke! Henna scheint ja doch eine Alternative zu sein. 

Habe hier auch noch was interessantes zur Farbwahl gefunden http://www.haare-färben.info/farbauswahl-auf-die-richtige-farbe-kommt-es-an

Premdipa hat gesagt…

Danke, habe mir gleich Xanthan und Duschhaube bestellt :-)
Henna kaufe ich gleich immer eine Riesenmenge im Sack über Ebay.

Weered1 hat gesagt…

Hey Danke für die Tips.
Von mir auch n Tip gegen zu trockene Haare oder Kopfhaut: Einfach noch etwas Kokosmilchpulver zur Paste geben. :O)

Bella's Wonderworld hat gesagt…

Ich habe vor ein paar Tagen zum ersten Mal mit Henna gefärbt (Habe eine Mischung aus Sante Naturrot und Mahagonirot verwendet) leider ist das Ergebnis noch nicht so atemberaubend geworden und beim auftragen hat es wirklich eine kleine Badsauerei gegeben. Habe mir nun Dank deines Tipps habe ich mir nun das Xanthan bestellt und bin mal gespannt ob es damit besser klappen wird :)

kimberly hat gesagt…

hey danke für deinen tollen bericht! (:

wIe sieht es mit gefärbten Haaren aus? sind hellrot und sollten auch nicht zu dunkel rot werden.

hast du einen tipp für mich? (:

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